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Solarreise 2014
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Solarverein
Rems-Murr e.V.

Solarreise des Solarvereins Rems-Murr

Die Solarreise des Solarvereins Rems-Murr führte uns zu Anwendungsbeispielen aus dem Bereich der Energieerzeugung, wie z. B. Blockheizkraftwerk (BHKW) und „Power to Gas“.

Unter der Reiseleitung unseres Vorstandsmitgliedes Gerhard Franke war das erste Reiseziel das Nahwärmenetz in Schwieberdingen. Empfangen hat uns der Geschäftsführer der Naturenergie-Glemstal Uli Ramsaier. Hier wird ein BHKW mit Biomethan aus einer benachbarten Biogasanlage betrieben, die sowohl Strom als auch Wärme erzeugt. Aus 100% Brennstoff erzeugt das BHKW 45% Heizwärme und 40% Strom. Die Leipziger Strombörse steuert die Anlage und ruft dann Strom ab, wenn Wind und Sonne pausieren. Über einen 200.000 Liter großen Pufferspeicher werden 500 Wohnungen mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Damit werden rund 490.000 Liter Heizöl und 2.850 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Zusätzlich werden 4 Mio kWh Strom erzeugt, der den Bedarf von etwa 1.000 4-Personen Haushalten deckt. Von technischen Detailfragen bis zum Fruchtfolgenwechsel bei Mais und dessen Auswirkungen auf die Bienenvölker hatte Ramsaier eine Antwort. Weiter ging es zur Holzheizzentrale nach Hemmingen. Diese ergänzt das Biogas BHKW und beliefert das Gewerbegebiet Hemmingen und 430 Wohnungen aus regenerativer Energie. Aus Holzschnitzeln, Waldrestholz und naturbelassenem Landschaftspflegeholz werden ca. 6 Mio kWh Wärme erzeugt.

Nach einer Stärkung ging es weiter nach Stuttgart Vaihingen, wo uns Stephan Rieke von Etogas und Dr. Ing. Ulrich Zuberbühler vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW) empfing. Hier wird über eine „Power to Gas“ Anlage Methangas erzeugt. “Überschüssigen Strom aus Wind und Sonne zu speichern, ist der Schlüssel zur Energiewende”, so Rieke. Das Methan aus der Power to Gas Anlage kann problemlos in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden. Natürliches Erdgas, das überwiegend aus Methan besteht, setzt bei der Verbrennung das Klimagift Kohlenstoffdioxid frei, das sich über Jahrtausende angesammelt hat. Das in Vaihingen künstlich erzeugte Methangas setzt zwar bei Verbrennungsprozessen ebenfalls Kohlenstoffdioxid frei, aber eben nur so viel, wie es bei der Produktion mit umweltfreundlich erzeugtem Strom gebunden hat. In den heutigen Pumpspeicher-Kraftwerken können 7 gWh Strom gespeichert werden, die in Deutschland 45 Minuten elektrische Versorgung ermöglichen. Im bestehenden deutschen Gasnetz kann dagegen über eine Druckerhöhung eine Versorgung über Monate ermöglicht werden. Wie das geht? Rieke erläuterte den zweistufigen Prozess: Zunächst wird mithilfe von überschüssigem Wind- und Sonnenstrom nach einem über 100 Jahre alten Verfahren über Elektrolyse Wasser gespalten. Der so entstehende Wasserstoff kann entweder direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden oder man führt zusätzlich als zweite Stufe eine Methanisierung durch. Dabei verbindet sich in einer chemischen Reaktion der gewonnene Wasserstoff mit CO2 aus Biogas-, Stahl-, Zement- oder Brauerei-Anlagen. Das Produkt ist hochwertiges Methangas mit einem hohen Brennwert.

Klimaauflagen für das Jahr 2020 schreiben einen CO2 Ausstoß von maximal 95 Gramm/Kilometer für Neufahrzeuge vor. “Power to Gashilft der KFZ- Industrie diesen niedrigen Flottenverbrauch zu erreichen, so Rieke. Im Projekt mit einem renommierten Kraftfahrzeughersteller wird aus Wind- oder Sonnenstrom und CO2 aus einer Biogasanlage nach dem beschriebenen Verfahren Methangas erzeugt, welches dann nahezu CO2 neutral in Erdgas betriebenen Fahrzeugen als Kraftstoff dient. Dadurch kann ein gasbetriebenes Fahrzeug genauso umweltfreundlich gefahren werden wie ein Elektrofahrzeug mit Windstrom. Die Kosten für den Kraftstoff betragen dann ca. 6 €/100 km. „Power to Gas“ ist ein viel versprechender Lösungsansatz um die Klimaziele mit 60 % erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2030 und mit 80% bis 2050 zu erreichen. Der Schlüssel dabei ist überschüssigen Wind- und Sonnenstrom in Methangas umzuwandeln und im Erdgasnetz einzuspeisen.

 

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Bilder: soweit nicht anderweilig gekennzeichnet: © Solarverein-Rems-Murrr

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